Jahrestagung

Die DGsP veranstaltet einmal im Jahr in Erfurt ihre Jahrestagung: es handelt sich um eine Weiterbildungsveranstaltung, die sich an die Mitglieder der DGsP richtet und versucht durch wissenschaftliche Vorträge, Arbeitsgruppen und Diskussionsforen Impulse für die Weiterentwicklung der „systemischen Pädagogik“ zu setzen.

Impressionen zur DGsP-Jahrestagung 2019
vom 31. Mai 2019 bis 2. Juni 2019

von Annerose Neeb-Fleckner

Der Tagungsrahmen

Sowohl in den Impulsvorträgen als auch in den Workshops wurden praxiserprobte  Konzepte und anregende Gedanken und Handlungsmöglichkeiten vorgestellt. Die Ideenvielfalt in den Angeboten und den vielen kleinen und großen Gesprächsrunden war beeindruckend. In allen Tagungsphasen wurden Möglichkeiten für einen Austausch auf Augenhöhe geschaffen. Jeder Teilnehmer / jede Teilnehmerin konnte seine / ihre Vorstellungen in den Austausch einbringen. In einer überaus wertschätzenden Atmosphäre wurden durch die kleinen und großen Impulse ganz im Sinne von Heraklit „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen“ viele Flammen entzündet und darüber hinaus wurde der systemische Werkzeugkoffer bis zum Tagungsende gut gefüllt.

Gabriele Günthör ließ uns staunen, weil sie inhaltliche Aussagen zu einem Thema wieder sehr gut durch Gedichte ausdrücken konnte. Silke Palmowski führte in die einzelnen Tagungsphasen mit gut ausgewählten, kurzen Geschichten ein: „Die Schuhe von Ghandi“, „Wirklichkeit“, „Das rosa Tütchen“ waren Startzeichen für nachfolgende Tagungsphasen. Für ein informatives Kennenlernen organisierte Andrea Eitel Aufstellungen der Teilnehmer nach wechselnden Eigenschaften: die Himmelsrichtungen
Norden, Osten, Süden, Westen der Teilnehmerwohnorte; die Unterscheidungen natürliche / berufliche DGsP-Mitglieder bzw. wer, wie oft an einer Jahrestagung teilgenommen hat u.a. Gabriele Günthör legte viele Tierbilder aus, die mit dem Satz „Du siehst aus wie ich mich fühle“ beschriftet waren (Material: Die Zeit, Ressort „Z – Zeit zum Entdecken“). Nach dieser Einstiegsmethode kann dann z.B. spekuliert werden, warum sich TeilnehmerIn A das Bild B genommen hat.

Für geselliges Beisammensein ist traditionell der Samstagabend eingeplant. In diesem Jahr trafen wir uns in der Erfurter Innenstadt. Wir erlebten zusammen „Erfurter Sagen bei Nacht“, eine witzige und abwechslungsreiche Stadtführung mit dem Erfinder Herbert Kurz, gespielt von Klaus Michael Tkacz, der auch einen Workshop bei der Jahrestagung anbot. Herbert Kurz ist ein Medium; durch ihn sprechen die Erfurter Steine – und durch sein akustohistoriologisches Phonoskop. Ob der Bürgermeister im mittelalterlichen Erfurt in mehreren Anläufen geköpft wurde oder Dr. Johann Faust auf seinem schwarzen Pferd mysteriös verschwand, Herbert Kurz bot seinen Zuhörern den O-Ton zu den historischen Ereignissen. Nach der Aufforderung „Zügig folgen!“ schritten wir heiter von einem Originalschauplatz zum nächsten weiter.

Die Tagung

Wir starteten mit einem organisatorischen Novum. Die Jahrestagung begann bereits am Freitagnachmittag mit einem Impulsvortrag von Barbara Baedeker.

Impulsvortrag 1

Praxisfeld: Frühpädagogik

Barbara Baedeker: „Gelingensbedingungen für Entwicklung: Pädagogische Haltung und das Spiel der Kleinsten“

Der Vortrag bestand aus vier Teilen:

  1. Ergebnisse der Hirnforschung im Hinblick auf das Gelingen des Spiels der Kleinsten.
  2. Kompetenzen, die für Kinder im 21. Jahrhundert bedeutsam sind.
  3. Vertiefende Überlegungen zum frühen kindlichen Spiel.
  4. Pädagogische Haltung und pädagogische Handlung systemischer Pädagogen / Pädagoginnen im Zusammenleben mit Kindern.

Im ersten Teil ihres engagierten Vortrags stellte Barbara Baedeker Ergebnisse aus der Hirnforschung vor, die für das kindliche Spiel bedeutsam sind. Sie sprach über zwei Säulen, die Gerald Hüther beschreibt:

(1) Verbundenheit mit sich selbst und anderen, „Gruppenzugehörigkeit“ sowie
(2) Autonomie, die Aneignung der Welt aus eigenen Kräften, Potentialentfaltung durch Aufgaben, mit denen Kinder über sich selbst hinauswachsen.

Anschließend erläuterte sie die Bedingungen, die der Hirnforscher Joachim Bauer nennt: Sehen und Gesehen werden; gemeinsame Aufmerksamkeit; gemeinsames Handeln u.a.
Im zweiten Teil des Vortrags stellte Barbara Baedeker Lebenskompetenzen vor, die im 21. Jahrhundert für Kinder bedeutsam sind. Ihren Ausführungen lagen Studien von Heidi Simoni (2008), Gabriele Haug-Schnabel und Joachim Bensel (2015) und Stefan Bree (2010) zugrunde.

Im dritten Teil des Vortrags charakterisierte Barbara Baedeker das kindliche Spiel im Kontext von Lernen und Entwicklung. Sie sprach u.a. über die Phasen Funktionsspiel, Symbolspiel und Rollenspiel.

Im vierten Teil des Vortrags leitete Barbara Baedeker aus den vielen Puzzleteilen der ersten drei Vortragsteile eine Fülle von Handlungsmöglichkeiten für die Arbeit der Erzieher / Erzieherinnen in Kita und Kindergarten ab, die von „Gleich-Würdigkeit von Kindern und Erwachsenen (Ausdruck von Jesper Juul)“ gekennzeichnet sind. Diese Handlungen werden die pädagogische Haltung verändern und / oder weiterentwickeln, denn „Tun bringt Einstellung“ (Postulat von Elmar Osswald, Organisationsentwicklung in Schulen).

Barbara Baedeker begeisterte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit der großen Informationsfülle ihres Vortrags. Sie nutzte viele Bilder aus Kitas, die sie und ihre Kollegin Sylvia Zöller begleiten, gut ausgewählte Geschichten und Literaturzitate, um die inhaltlichen Fakten außerordentlich lebendig und kurzweilig für alle Zuhörenden darzustellen.

Der authentische Vortrag und das Literaturverzeichnis am Ende des Vortrags boten und bieten viele Anknüpfungspunkte und Anregungen für die Weiterarbeit am Vortragsthema.

http://www.barbara-baedeker.de/
Unter „Veranstaltungen 2019“: 30.05.-03.06.2019 Hauptvortrag „Gelingens-Bedingungen für Entwicklung: Pädagogische
Haltung und das Spiel der Kleinsten“ und Workshop „Bitte klopfen! Selbst-Fürsorge statt Selbst-Sabotage“/Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik DGsP/Erfurt

https://sylvia-zoeller.de/

„Systemischer Pädagoge / systemische Pädagogin in Kita“

Unter diesem Titel haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrestagung, die in Kita oder Kindergarten arbeiten, nach dem Vortrag von Barbara Baedeker auf einem Flip-Chart-Papier positive Wirkungen des systemischen Arbeitens in Kita / Kindergarten aufgeschrieben. Ein Foto auf dieser Homepage dokumentiert die Aspekte.

Tanja Schatzl hat aus ihrer Erfahrung folgende Gesichtspunkte zum Thema „Systemischer Pädagoge / systemische Pädagogin in Kita“ genannt:

  • Der Blick auf das KollegInnen-Team ändert sich.
  • Ressourcenorientierung stärkt alle Beteiligten im System Kita (Kinder, Eltern, Pädagogen).
  • Der Blick auf die Ressourcenorientierung des Teams hilft, die Aufgaben im Team besser zu verteilen.
  • Der Blick ändert sich hin zu Lösungsorientierung und Motivation Neues auszuprobieren, weg von dem Blick auf das Problem und weg vom Jammern.
  • In Fallbesprechungen lenken systemische Fragestellungen den Fokus in die positive Richtung anstatt in dem Problem zu verharren.
Impulsvortrag 2

Praxisfeld: Universität – Lehrerbildung & Heterogenität/Inklusion in der Primarstufe
Laura Delitala-Möller: „Performative Pädagogik und die Kunst vom Lernen und Lehren“

Seit drei Jahren gestalten Saarbrücker Lehramtsstudierende der Primarstufe im Sommersemester ein ästhetisch-pädagogisches Projekt mit SchülerInnen der 2. bzw. 3. Klasse, das mit einer Performance abgeschlossen wird. Prozessbegleitend halten die Projekt-TeilnehmerInnen ihre Gedanken und Beobachtungen in einem öffentlichen Internet-Blog fest, in dem auch die beeindruckenden Endergebnisse betrachtet werden können.

http://www.lauradelitala.eu/
Auf dieser Internetseite wird der gemeinsame Lernprozess in der systemisch konzipierten Lehrveranstaltung „Performative
Kunstvermittlung und Heterogenität – Die Schatzkiste“ von Laura Delitala-Möller veröffentlicht.

Projektpräsentation 2017: Film „Besuch für den Apfelbaum“;
Projektpräsentation 2018: Theaterstück „Auf Weltreise gehen“.

Im Wintersemester ergänzt ein Theorieseminar zu den Grundlagen systemisch orientierter Ästhetischer Bildung das Lehrangebot im Bereich Systemische Pädagogik und Ästhetische Bildung.

Die Projektpräsentationen lassen Zuschauer staunen und wecken ihre Neugier.

Wie muss der Unterricht in der Primarstufe geplant werden, wie muss er mit Schülerinnen und Schülern gestaltet werden, um zu diesen Ergebnissen zu kommen?

Laura Delitala-Möller, systemische Pädagogin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ in Saarbrücken, stellte uns ihr Konzept vor.

Am Anfang ihres Vortrages stand die Klärung einiger Fachbegriffe: Performativität, Inklusion, Ästhetische Bildung, systemisch-performative Pädagogik, performative Kunstvermittlung. Es war für die Zuhörer spannend, dass in diesem theoretischen ersten Vortragsteil immer auch direkt ein Bezug zum vertrauten systemischen Ansatz hergestellt wurde und dadurch allen Zuhörerinnen und Zuhörern der Zugang zur Theorie erleichtert wurde.

Prozessphasen der prozessorientierten Lehrveranstaltung: In der Vorbereitungsphase werden zunächst die heterogenen Ressourcen der Studierenden gebündelt. Jeder von ihnen bereitet – ausgehend von den eigenen Vorlieben und Stärken auf ästhetischem Gebiet – Materialien vor und bietet diese als Anregung für künstlerisch-gestalterische Prozesse den Grundschulkindern in der Umsetzungsphase des Projektes an.

Die Perspektive des Performativen geht davon aus, dass kulturelle Phänomene und Prozesse neue Wirklichkeiten hervorbringen. Um diesen Weg zu beschreiten, verlaufen die Arbeitsschritte mit den Grundschulkindern prozessbezogen, gemeinsam forschend, zirkulär statt linear, vernetzend, Ressourcen aktivierend und Wissen generierend (UDL – Universal Design for Learning).

Die Improvisationsphase der Studierenden mit GrundschülerInnen führt zu einer Fokussierung: Kompetenzen in den Arbeitsgruppen werden gebündelt und gestärkt. Zum Schluss wird zielgerichtet auf eine Präsentation hingearbeitet.

Parallel zu allen Prozessphasen läuft auf der Metaebene die Selbst- und Prozessbeobachtung der Studierenden: Sie spiegelt sich in dem bereits erwähnten Internet-Blog wider und bleibt auch für nicht nur unmittelbar Interessierte als Lernprozess-Dokumentation zugänglich.

Die Vortragsmaterialien von Laura Delitala-Möller können unter folgendem Link abgerufen werden:

https://www.hbksaar.de/files/hbksaar/Studium/Kunsterziehung/QLB/Pr%C3%A4sentationPerformativeP%
C3%A4dagogikJahrestagungDGsP2019.pdf

Die Konzeption von Laura Delitala-Möller überzeugte und begeisterte spätestens durch die beiden Projektpräsentationen, denen bald eine dritte folgen wird. Wie und wann kann dieser Ansatz aus der Modellphase heraustreten und Zugang in den Schulalltag finden?

Die Praxisfelder der beiden Impulsvorträge waren Frühpädagogik und Primarpädagogik. Jeder Tagungsteilnehmer hat einen Einblick erhalten, wie mit der systemischen Denk- und Arbeitsweise Lehren und Lernen, dem „Gleich-Würdigkeit von Kindern und Erwachsenen (Ausdruck von Jesper Juul)“ und eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft (Inklusion) zugrunde
liegen, gelingen können.

Vielen Dank an die beiden Referentinnen!

Die Workshops

Am Samstagvormittag, Samstagnachmittag und Sonntagvormittag wurden insgesamt neun verschiedene Workshops angeboten, jeweils drei Angebote pro Zeitfenster, so dass jeder Teilnehmer / jede Teilnehmerin an den beiden Tagen an drei Workshops teilnehmen konnte. Vor jeder WorkshopPhase stellten die Workshop-LeiterInnen ihre Angebote kurz vor. Jeder Teilnehmer / jede Teilnehmerin konnte sich nach der Vorstellung der Workshops frei in die Angebote einwählen.

Workshops I

Samstag, 1.6.19, 11Uhr bis 13Uhr

a) Klaus Michael Tkacz, Theaterfirma Erfurt: „Das störende Element – Kreativität“
Workshop-Ankündigung von Klaus Michael Tkacz:
Ich bin die Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. (Goethe, Faust)
Was es braucht, um Kreativität zu erzeugen und wie dabei das Störende nutzbar gemacht werden kann.
Anhand einiger kleiner Theatersituationen zu erkennen, wie das Störende eingebunden und bestenfalls in Kreativität umgewandelt werden kann.
Aus langer Theatererfahrung weiß ich, es gibt keine Kreativität ohne das Störende, doch das Störende ist noch lange nicht kreativ.

b) Astrid Oswald: „Die relative Solmisation – ein musikalisches Beziehungssystem
Meine Stimme – ich – die Anderen; unterschiedliche Beziehungsebenen“

Bericht von Astrid Oswald zu ihrem Workshop:
Der Workshop befasste sich zunächst mit den Handzeichen der relativen Solmisation. Diese Zeichen verdeutlichen die Tonbeziehungen einer Tonleiter. Durch das Zeigen, ob die Hand höher oder tiefer am Körper positioniert ist, wird gleichzeitig deutlich, ob ein Ton höher oder tiefer ist. Dies unterstützt die Tonfindung beim Singen.

Nachdem wir uns mit der Handhabung der Zeichen etwas vertraut gemacht hatten, spielten wir damit verschiedene Spiele. Zunächst im Kreis sitzend entstanden Melodien dadurch, dass jeder ein Zeichen in die Runde gab. Später kamen wir noch in Bewegung, indem wir die Zeichen auf den Boden legten und dann verschiedene Tonabstände gegangen sind. Den Teilnehmenden wurde im Verlauf des
Workshops die Vielfältigkeit dieses Systems deutlich. Auch die Möglichkeiten für ErzieherInnen, auf diese Weise selbst im Singen Sicherheit zu gewinnen und dies spielerisch an die Kinder weiter zu geben, wurden deutlich.

So gab dieser Workshop allen neue Impulse für das Singen mit Kindern.

c) Winfried Palmowski: „Malefiz oder die Notwendigkeit zur Kooperation“

Bericht von Winfried Palmowski zu seinem Workshop:
Einige Teilnehmer der Gruppe (2 x 4) sollten eine Zeitlang „Malefiz“ (ein schon älteres, den meisten bekanntes Brettspiel) spielen, wobei zwei Spieler miteinander kooperieren sollten, die beiden anderen aber als strikte Einzelkämpfer ihr Glück zu versuchen hatten. Schon nach wenigen Spielzügen wurde deutlich, dass Kooperation die eindeutig effizientere Spielstrategie ist: Der wahre Egoist kooperiert! Anschließend wurde diese (eigentlich selbstverständliche) Erfahrung in einem lebhaften Gedankenaustausch auf gegenwärtige und gegenläufige Prozesse in privaten wie öffentlichen (politischen) Kontexten bezogen.

Workshops II

Samstag, 1.6.19, 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr

a) Gina Wiegräfe: „Sketchnotes“

Workshop-Ankündigung von Gina Wiegräfe:
Ob beim Lernen, in der Vorbereitung auf einen Vortrag oder in der Wissensvermittlung, die Verbildlichung eines Themas hilft spielerisch zur Orientierung, beim Veranschaulichen, zur Strukturierung und bei der Konzentration auf das Wesentliche.
Es geht um die möglichen Zutaten und natürlich ums Ausprobieren.
Es sind keine Vorkenntnisse nötig und jede/r kann das. Ich freue mich auf euch!

b) Barbara Baedeker: „Bitte klopfen! Selbst-Fürsorge statt Selbst-Sabotage“

Workshop-Ankündigung von Barbara Baedeker:
PEP „Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie“ ist eine Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe von Michael Bohne.
Unter Einbeziehung des Körpers kombiniert sie in einer Haltung von Leichtigkeit und Humor psychodynamische, systemische und hypnotherapeutische Elemente mit dem Ziel

  • die Selbstbeziehung zu verbessern
  • unbewusste Blockaden aufzuspüren und zu lösen
  • das Selbstwertgefühl zu stärken.

Bericht zum Workshop von Annerose Neeb-Fleckner:
Barbara Baedeker hatte viele Materialien für die TeilnehmerInnen zusammengestellt: „Big Five“- Lösungs-Blockaden, Selbstakzeptanz-Formulierungen, Formulierungshilfen für kraftvolle Lösungsansätze, ausführliche Literaturliste, u.a. Einige Anleitungen für Übungen konnten die TeilnehmerInnen sofort ausprobieren: Reduktion emotionaler Belastungen durch Klopfen; Sammlung von individuellen Beispielen für Selbstentwertungs-Manöver und Entwicklung von Selbstwertsteigerungs-Strategien aus diesen Beispielen.

c) Undine und Oliver Tiemann: „Rückblick und Ausblick auf Organisationskonzepte und deren Bedeutung für Lehr-Lern-Kontexte der Erwachsenenbildung“

Workshop-Ankündigung von Undine und Oliver Tiemann:

Kurzer Rückblick auf die Jahre 1989/90
Exemplarisch greifen wir ein Konzept zur Gestaltung von Organisationen auf. Im Wortsinn plakativ, benennen und erläutern die „5 Disziplinen“, die laut Paul Senge notwendig sind, um eine Lernende Organisation zu bilden. Schlagzeilenartig holen wir uns die Überschriften der damaligen Wirtschaftsnachrichten und politischen Themen ins Gedächtnis. Durch „Gespräche in Bewegung“ werden wir uns an die Stimmung und die treibenden Kräfte erinnern.

Ein Zeitsprung bringt uns in das „Heute“
Wie sind jetzt die medialen Überschriften? Was beherrscht den Diskurs in der Wirtschaft, der Politik und dem öffentlichen Raum? Was sind die Kerntreiber und die Besonderheiten für aktuelle Veränderungsprozesse in Organisationen?
Noch etwas unscharf zeichnen sich erste Bilder von neuen Organisationsmodellen ab.
Evolutionäre Organisationsformen und Holakratie verändern die Anforderungen an Lehren und Lernen. Werdet zum Entdecker von neuem Treibstoff für pädagogische Konzepte in der Erwachsenenbildung.

Dialogische Reflexionen über Erwachsenenbildung in neuen Organisationsformen
Was von „Damals“ und „Heute“ macht einen Unterschied für die systemische Pädagogik der Erwachsenenbildung? Welche Fragen müssen in diesem Kontext noch gestellt werden? Welche Risiken sind jetzt schon sichtbar? Wo sind blinde Flecken zu vermuten? Welche guten Gelegenheiten können sich ergeben? Lasst uns gemeinsam Hypothesen bilden über die Bedeutung der Erwachsenenbildung in neuen Lernenden Organisationsformen. Dazu nutzen wir die Methode der dialogischen Reflexion.

Wer soll zu diesem Workshop kommen?
Es ist Jeder willkommen, der sich als Pfadfinder auf den Weg macht, neue Landschaften zu erkunden. Neugier genügt. Wie so häufig gibt es wenige Antworten und stattdessen spannende Fragen. Mit Überraschungen ist zu rechnen.

Workshops III

Sonntag, 2.6.19, 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr

a) Ronja Frölich, Stefan Pätz: „Alles digital? Das sitzen wir aus.“

Workshop-Ankündigung von Ronja Frölich und Stefan Pätz:
Wie liest sich das für dich? Präsentieren vom Smartphone, digital visualisieren, e-Learning als Ergänzung zur Weiterbildung vor Ort, Videointervisionen, das papierlose Büro, alles in der Cloud… Die einen verstehen bei dieser Auflistung nur Bahnhof, die anderen fragen sich, was man daran nicht verstehen kann. Die Welle der sog. „Digitalisierung“ erreicht die Gesellschaft, den pädagogischen Bereich und den Weiterbildungssektor unterschiedlich stark und schnell, was für die einen noch Neuland ist, ist für die anderen bereits ein alter Hut. Und doch macht sie sich im Alltag jedes Einzelnen teilweise ungefragt so bemerkbar, die Digitalisierung, so dass es kaum möglich ist, keine Haltung zu ihr herauszubilden. Innerhalb von Systemen (Familien, Kollegien, Organisation) birgt sie ein hohes Spaltungspotential. Welchen Umgang pflegen wir selbst mit den digitalen Möglichkeiten und wie beeinflusst das unsere Arbeit mit Personen, die eine Haltung zu diesem Thema benötigen? In diesem Beitrag stellen wir einige digitale Ideen vor, die wir in unserer Institutsorganisation und unserer Weiterbildung umsetzen. Diese Beispiele sollen vor allem Personen dienen, die bisher wenig Kontakt mit diesen Themen hatten. Anschließend laden wir zur Diskussion jenseits von „alles Humbug“ und „überlebenswichtig“ ein. Welche Rolle spielt das Thema Digitalisierung aus systemtheoretischer Sicht? Wird sie von (Sub-)Systemen eher als anregend verstanden, als Perturbation? Welche immunologischen Abwehrmechanismen lassen sich beobachten? Und wer beobachtet das alles mit welcher Brille?

Bericht von Ronja Frölich und Stefan Pätz nach dem Workshop:
Ganz analog und im Miteinander konnten alle Teilnehmenden den persönliche Bezug zur Digitalisierung diskutieren, wodurch das Thema sehr vielfältig und facettenreich abgebildet wurde. Anschließend war das Interesse am LöWe-Lernzentrum (E-Learning-Plattform) groß, so dass wir irgendwann Schluss machen mussten, um wieder an die Großgruppe anzukoppeln. Die Relevanz des
Themas hat uns bestärkt, es auch beim DGsP-Kongress in Köln anzubieten.

b) Tanja Schatzl, Susanne Wegner: „Methoden der Konfliktlösung und der Entscheidungsfindung für Kinder und Jugendliche“

Workshop-Bericht von Tanja Schatzl und Susanne Wegner:
Sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst werden und sie zu vertreten ist eine Herausforderung für Kinder und Jugendliche im Miteinander.
Wir stellten aus unserer Praxis mit der „Friedenstreppe“ und dem systemischen Konsensieren zwei konkrete Methoden vor, mit deren Hilfe wir Kinder und Jugendliche darin unterstützen können, selbstwirksam für sie stimmige und gute Lösungen zu finden. Mit der „Friedenstreppe“ können Kinder und Jugendliche, angelehnt an die Schritte der Mediation, ohne Hilfe von außen relativ leicht eine für beide Partner zufriedenstellende Lösung finden. Das systemische Konsensieren ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Entscheidungsfindung in Gruppen, ohne dass nach dem Mehrheitsprinzip abgestimmt werden muss.

Die Anwesenden diskutierten lebhaft darüber, wo und wie diese beiden Methoden in den verschiedenen Arbeitsbereichen eingesetzt werden können.

c) Isabelle Träger: „Kommt ein Turnbeutel geflogen“

Workshop-Bericht von Isabelle Träger:
Pädagogen sind tagtäglich im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen. Die Vielfalt einer Gruppe, Rahmenbedingungen im Arbeitsumfeld, Ansprüche an die eigene Person, all diese Faktoren begleiten und beeinflussen den Arbeitstag von Pädagogen. Hinzu kommt der Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die mit unterschiedlichsten Verhaltensoriginalitäten den Schulalltag gestalten und beleben.

Wie können Pädagogen damit umgehen? Welche Handlungsspielräume stehen dem Pädagogen zur Verfügung? Wie kann er diese Handlungsspielräume für sich finden und anwenden?

Diese Fragen wurden im Workshop gestellt und diskutiert. Dabei kamen wir über den Bereich der Einstellungen zu folgenden Aussagen bzw. Ideen:

– Kreativ bleiben und immer wieder neue Ideen ausprobieren.
– Neugierig sein.
– Eine innere Stabilität für sich selbst aufbauen und gestalten.
– Aktive Teamarbeit mit Kollegen initiieren und gestalten.

Durch den Workshop wurden die Gedanken, Ideen und Meinungen zu diesem breit aufgestellten Thema besprochen und diskutiert. Diese können in weiteren Arbeiten aufgegriffen und genutzt werden.

Ausblick auf Termine

DGsP-Kongress 13. – 15.9.2019 in Köln
Regionaltagung DGfS 8. – 10.11.2019 in Naumburg
Regionaltagung Nord 17. – 18.4.2020 in Schwerin
DGsP-Jahrestagung 2020 22.5. – 24.5.2020 in Erfurt

 


 

Impressionen zur Jahrestagung 2018

Ein kurzer Überblick mit vielen kleinen Einblicken und Ausblicken für einen Durchblick mit Weitblick.

von Annerose Neeb-Fleckner

Du warst auf der DGsP-Jahrestagung 2018,

  • wenn Du erlebt hast, dass das, worüber gesprochen wurde, auch im Miteinander gelebt wurde.
  • wenn Du spielerisch und staunend neue Werkzeuge für Deinen systemischen Rucksack gesammelt hast.
  • wenn aus Deiner Vorfreude auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung und auf die Inhalte der Tagung Freude, Zufriedenheit und Glücksgefühle entstanden, dabei zu sein.
  • wenn Du Unterschiede im Umgang miteinander, in der Bezogenheit aufeinander wahrgenommen hast, die für Dich einen Unterschied gemacht haben.

Der Rahmen

Silke Palmowskis hat uns wieder zwei wunderschöne Geschichten vorgelesen: „Wie man guten Mais anbaut“ und “Seesterne am Meer“.

Gabriele Günthör ließ uns alle staunen, als sie das Gedicht „Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration“ von Bertolt Brecht auswendig vortrug. Dreizehn Strophen mit je fünf Zeilen – ein eindrucksvolles Erlebnis.

Am Samstagabend erlebten wir „Erfurt in Licht und Schatten“. Die Schauspielerin Susanne Peschel gab uns in der Annenkapelle innerhalb der Barfüßerruine mit ihrem Schattentheater einen Abriss über 1200 Jahre Stadtgeschichte.

Ein Büchertisch des Carl-Auer Verlags lud zum Verweilen ein. So manche Reisetasche war dadurch bei der Rückfahrt schwerer als bei der Ankunft.

Auf einem Tisch war das Mathematik-Spiel Quoai aufgebaut. Die Bildhauerin Claudia Maria Ammann hat dieses Spiel geschaffen. Es bietet neue Möglichkeiten für das Erleben von Mathematik. Arite Lindig nutzt das Quoai in der Arbeit mit Kindern. Sie hat das Spiel auf der Jahrestagung allen Interessierten vorgestellt.

Wer mehr über dieses Spiel wissen möchte, findet Informationen unter www.quoai.net .

Die Tagung

In den drei Impulsvorträgen haben Holger Lindig, Manuela Krahnke und Peter Herrmann drei Praxisfelder vorgestellt, in denen systemische Pädagogik wirksam wird.

Impuls 1: Praxisfeld Frühpädagogik

Holger Lindig: Systemische Pädagogik in der KITA

Holger Lindig arbeitet seit 2004 in Mecklenburg Vorpommern im Praxisfeld Frühpädagogik u.a. als Fachberater für Kindertagesstätten, als Fortbildner für KITA-Leitungen und KITA-Mitarbeiter, die pro Kalenderjahr 40 Stunden Fortbildung nachweisen müssen.

Für die Arbeit der Erzieher ist es wesentlich, mit welchem Grundverständnisbild vom Kind sie ihre Arbeit wahrnehmen.

Holger Lindig gibt in den Fortbildungen die systemischen Gedanken an die Erzieher weiter.

Ansatz: Kinder zwischen 0 und 10 Jahren brauchen

  • Anregungen aus unterschiedlichen Erfahrungsfeldern, damit Erfahrungen wachsen können.
  • Freiheiten, um Selbstwirksamkeit zu erfahren.
  • ansprechende Reflexionen.

Holger Lindig gibt einen umfassenden Überblick über den Rahmenplan für die frühkindliche Erziehung in Mecklenburg Vorpommern (2004 bis 2008) sowie über die Bildungskonzeption nach der Umgestaltung des Rahmenplans seit 2008. Vor diesem Hintergrund stellt er seine langjährig erprobten, im Laufe der Jahre weiter entwickelten und von den Erziehern gerne nachgefragten Ansätze für die Implementierung der systemischen Pädagogik im KITA-Bereich vor.

Impuls 2: Praxisfeld Schule

Manuela Krahnke: So gewinnen wir an Augen-Höhe

Inspirationen für den eigen-willigen Umgang mit Rahmenbedingungen im Kontext Schule.

Die Schülerinnen und Schüler einer beruflichen Schule in Marburg haben zusammen mit ihrer Lehrerin Manuela Krahnke folgende Schritte zurückgelegt:

Metablick: Bezogene Individuation im Schulalltag.
Was müssen wir wirklich? Woher kommt der Auftrag?
Eigene Bedürfnisse: Wer braucht genau was? Eigene Ressourcen entdecken und nutzen, Eigensinn fördern.

Schulischer Rahmen: Zusammenstellung der nichtverhandelbaren und der verhandelbaren schulischen Rahmenbedingungen.

Unterrichtsinhalte:
Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrerin verleihen den Aufgaben des Lehrplans einen eigenen Sinn, indem sie für sich folgende Fragen klären:

  • „Was möchten Sie (gemeint sind die Schülerinnen und Schüler) besser können? Wie könnten Sie das am besten lernen?“
  • „Wie muss ich (ihre Lehrerin) für Sie sein, damit Sie (die Schülerinnen und Schüler) hier gut lernen können?“

Manuela Krahnke fördert mit ihrer Herangehensweise sowohl die Individuation ihrer Schülerinnen und Schüler als auch ihre Bezogenheit in der Lerngruppe. Ein überzeugender Ansatz für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, der hoffentlich viele Nachahmer findet.

Impuls 3: Praxisfeld Mensch

Dr. Peter Herrmann: Sich selbst führen – Aspekte der Selbstachtsamkeit

Peter Herrmann nähert sich dem Thema aus drei Bereichen:

  • hypnosystemisch
  • neurobiologisch
  • aus Sicht der buddhistischen Psychologie; Fragestellung: Achtsamkeit in Bezug auf was?

Auf dem Weg zum Vortragsthema.
Mit dem hypnosystemischen Blick beschreibt Peter Herrmann neun verschiedene Trancehaltungen. Dazu gehören der Tunnelblick („die anderen sind schwierig“), Altersregression („ich fühle mich klein und unfähig“), Amnesie („ich weiß nicht mehr, wie ich das lösen kann“), Halluzination („alles wird mir zu viel“).

Anschließend erläutert Peter Herrmann die Wahrnehmungssteuerung aus Sicht der Neurowissenschaften. Er stellt das „drei-einige Gehirn“ nach Paul D. Mac Lean vor. Die Informationsverarbeitung im Gehirn erfolgt zunächst im Stammhirn (Reptiliengehirn), dann im Zwischenhirn (Limbisches System) und zuletzt im Großhirn (Neokortex). Peter Herrmann geht auf das Konzept der Neurorezeption von Stephen Porges ein (Bemerkung 1) und berichtet vom Libet-Experiment des Neorophysiologen Benjamin Libet (Bemerkung 2).

Bemerkung 1: https://www.polarity.ch/somatic-experiencing-dokumente/Polyvagal-Theorie.H.Frick.21.2.12.pdf
„Ein unbewusstes Überwachungsprogramm in unserem Zentralnervensystem tastet 24 Stunden lang am Tag für uns die Umgebung nach Gefahr ab.“

Bemerkung 2: https://www.planet-wissen.de/natur/forschung/hirnforschung/pwiedaslibetexperiment100.html
„Das Libet-Experiment sorgte für Aufsehen, weil experimentell bewiesen schien, dass nicht das bewusste Wollen, sondern unterbewusste Prozesse für unsere Handlungen verantwortlich sind.“)

Da die wesentlichen Interaktionen zwischen Berater und Klient – Lehrer und Schüler – Pädagoge und Kind/Jugendlichem auf der unwillkürlichen, nicht kognitiven Ebene ablaufen, müssen Berater und Pädagogen Sensibilität für die Prozesse der unbewussten Übernahme von Themen, Gefühlen und Spannungen entwickeln. Das bedeutet, sie müssen sich selbst beobachten, um sich selbst steuern zu können.

Das Vortragsthema.
Peter Herrmann bezieht viele Erkenntnisse aus der jahrtausendealten, buddhistischen Psychologie in seine Betrachtungen zur Selbststeuerung mit ein, die die Neurowissenschaften unserer Zeit bestätigen konnten. Er nennt verschiedene Aspekte zum Aufbau von Selbstachtsamkeit und Achtsamkeit für andere Menschen, für Selbststeuerung und Selbst- / Fremdwertschätzung und beschreibt mehrere Methoden und Übungen zur Selbststeuerung.

Peter Herrmann schaut in seinem Impulsvortrag „über den systemischen Tellerrand“. Er entwickelt aus systemischen, neurobiologischen und buddhistischen Ansätzen Methoden und Übungen zur Selbststeuerung. Besonders interessant ist die Einbeziehung der buddhistischen Erkenntnisse, die sich seit Jahrtausenden bewährt haben und nach und nach von den Neurowissenschaften bestätigt werden konnten.

 

Auf der Jahrestagung 2018 wurden sechs Workshops angeboten, jeweils drei parallel. Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Plenum waren so interessant und begeisternd, dass alle, die nicht teilgenommen hatten, bedauerten, nicht dabei gewesen zu sein.

In der nachfolgenden Übersicht sind zur Information die Workshopbeschreibungen der Referentinnen und Referenten angegeben.

 

Samstag, 12. Mai 2018

Workshop 1

Ronja Fröhlich: Selbstgemacht – Methoden verändern und erfinden

In diesem Workshop geht es nicht darum, eine bestimmte Methode oder Technik kennenzulernen, sondern sich darin zu üben, bewährte Methoden, Techniken usw. abzuwandeln, anzupassen oder direkt eigene neu zu erfinden. Zu diesem Zweck habe ich einen „Baukasten für Werkzeugmacher“ zusammengestellt, zu dem es verschiedene „Spiele“ gibt, die den kreativen Erfindergeist wach kitzeln.

Workshop 2

Tanja Schatzl, Susanne Wegner: Methoden der Konfliktlösung und der Entscheidung für Kinder und Jugendliche

Sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden und sie zu vertreten ist eine Herausforderung für Kinder und Jugendliche im Miteinander.

Wir stellen aus unserer Praxis mit der Friedenstreppe und dem systemischer Konsensieren zwei konkrete Methoden vor, mit deren Hilfe wir Kinder und Jugendliche darin unterstützen können, selbstwirksam für sie stimmige und gute Lösungen zu finden.

Workshop 3

Winfried Palmowski: „Systemisch denken ist unmöglich …“

Der Titel dieses Workshops ist Teil eines Zitates von Mara Selvini-Palazzoli. Ich möchte an einigen Beispielen zeigen, wie sehr wir in linearen Denkmustern verfangen sind und dann mit den Teilnehmern gemeinsam darüber nachdenken, was zu tun ist und wie Lösungen aussehen könnten.

 

Sonntag, 13. Mai 2018

Workshop 4: Praxisfeld Mensch

Gina Wiegräfe: Alle an Bord?

Einladung zur Erkundungsreise zu unseren verschiedenen Rollen und Persönlichkeitsaspekten, bzw. inneren Anteilen. Wie bin ich aufgestellt und was ist in welchen Kontexten gefragt, wie gestalte ich die Übergänge von einer Rolle zur anderen?
Welche inneren Anteile brauche ich um lustvoll in Aktion zu sein?
Ich freue mich auf die gemeinsame Reise. Ahoi!

Workshop 5

Herbert Nieszner: Die Katze und der Sack

Übungen mit Pep für Seminare und Trainings
Es wird ein bewegtes/bewegendes Angebot sein unter Einbezug von Körper, Stimme, Raum,…:
Ich würde – je nach Interesse, Energie, Größe und Aufnahmebereitschaft der Gruppe – bis zu zehn Gruppenübungen anleiten, die sich in meinen bisherigen Beratungen, Seminaren und Trainings bewährt haben.

Workshop 6

Holger Lindig: Philosophieren mit Kindern, Praxisfeld Frühpädagogik

Kinder brauchen Werte, doch diese gilt es nicht zu vermitteln, wie ich es häufig noch in den KITA´s erlebe, sondern sie sollten philosophierend entdeckbar werden.
Somit ist es wichtig, mit Kindern p(P)hilosophieren zu praktizieren.
Philosophieren bedeutet für mich: “Aus Neugier und mit Lust Fragen zu dem “Da Draußen“ und dem „Da Drinnen“ zu stellen. Und diese sich gegenseitig Mit-zu- teilen.“
Aus diesem Grund sehe ich die systemische pädagogische Grundhaltung und die daraus resultierende Fragefähigkeit als sehr gut geeignet an, schon im KITA Bereich mit dem p(P)hilosophieren zu beginnen.
Ich möchte euch einige Ansätze aus unserer Fortbildung diesbezüglich vorstellen.

Hier können Sie den gesamten Text von Annerose Neeb-Fleckner als PDF öffnen oder herunterladen

Hier können Sie den Flyer zur Jahrestagung 2018 als PDF öffnen oder herunterladen

Ausblick auf zwei wichtige DGsP-Termine 2019

DGsP-Jahrestagung 2019
31. Mai 2019: Mitgliederversammlung der DGsP
1. / 2. Juni 2019: Jahrestagung 2019
Tagungsort: Aktiv-Schule in Erfurt

DGsP-Kongress 2019
13. bis 15. September 2019

 

 


Bericht zur Jahrestagung 2017

Die diesjährige Jahrestagung fand vom 25. – 28. Mai in der Aktiv – Schule Erfurt statt und stand unter dem Motto: „Schätze (er)finden“.

Schatz: (laut Duden): angehäufte Menge, Ansammlung von kostbaren Dingen, etwas, was seinem Besitzer, seiner Besitzerin viel wert ist, was zu besitzen ihm/ ihr viel bedeutet, ein wertvolles materielles oder geistiges Gut.

Im Folgenden Augenblicke, Einblicke und Ausblicke der diesjährigen Jahrestagung.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben das Wort und geben einen Eindruck, welche Schätze sie bergen konnten (und warum es sich lohnt ein sonniges Wochenende in Erfurt statt im heimischen Garten zu verbringen):

„Ich habe gefunden, wonach ich nicht gesucht habe …. viele inspirierende Momente, neue Begegnungen, die Auseinandersetzung mit Erwartungen, einen sicheren Konsensraum mit musikalischen Resonanzen …. einen echten Schatz.“

„Beim ungezwungenen & lockeren Miteinander ist man immer wieder überrascht, welche hochprofessionellen Akteure hier zusammengefunden haben & wie selbstverständlich diese in Beziehung gehen. Sowas geschieht selten auf vergleichbaren Veranstaltungen.“

„Auffrischung gelungen! – Ich bin wieder in Kontakt mit den systemischen Ideen und Gedanken. Ich fühle mich sicherer, in meiner 2. Reaktion, auf äußere und innere Reize mit Musterunterbrechung zu reagieren. Ich nehme viel mit, das ich weitertragen kann.“

„Ein großer Schatz, den ich auch diesmal wieder finden konnte, war die Begegnung mit so unterschiedlichen Menschen, das gelingende Miteinander und der gute Gedankenaustausch.
Wir sind „wahre“ Schätze(er)finder!“

„Die zwei Tage waren für mich angefüllt mit vielfältigen Aspekten zur Bedeutung einer systemisch – konstruktivistischen Sprache bzw. Handlungsraumes. Dieser Kontext hat mir einmal wieder ermöglicht unterschiedsbildende Gespräche im Vertrauen auf ein wertschätzendes Miteinander zu führen – eine Atmosphäre von Lebendigkeit, Offenheit und Sicherheit.“

„Geist erweiternde Gespräche mit ähnlich denkenden Menschen aus allen Richtungen. Und immer wieder die schwere Entscheidung – welcher Workshop?“

„Ich danke allen für zwei intensive Tage des Zusammenseins mit einer berührenden Abendmusik. Ich habe viele wertvolle Schätze gefunden. In Stefans Workshop den Schwindel im Erwartungskarussell erlebt und überwunden; in Ritas Workshop, viele Anregungen um Lösungshaltungen zu finden oder weiter zu entwickeln; Christophs Workshop, Gedanken und Gefühle visualisieren, …“


Programm der Jahrestagung 2017

Schätze (er)finden

Samstag, den 27.5.2017

  • 9.00 Uhr Ankommen – Kaffee
  • 9.30 Uhr Beginn – Begrüßung
  • 9.45 – 13.00 Uhr Plenum und Kleingruppen zum Thema:
    DGsP – Wer sind wir? Was wollen wir? Wohin kann es gehen?
    – Unsere Werte, Talente und Freuden
    – Unsere Identitäten, unsere Besonderheit
    – Unsere Zukunftsvorstellungen
    – Unsere Wünsche und Unterstützungsangebote an den Vorstand
    ….
  • 13.00 – 14.30 Mittagsimbiss, Pause, Entspannung, Gespräche
  • 14.30 Uhr – 16.30 Uhr Workshops I:
    kurze Vorstellung der Workshops
    Arbeit in den Workshops
  • 16.30 Uhr Kaffee
  • 17.00 Uhr – 19:00 Uhr Workshops II
    kurze Vorstellung der Workshops
    Arbeit in den Workshops
  • 19.15 Uhr Kleine Abendmusik und anschließendes Abendessen

Sonntag, den 28.5.2017

  • 9.00 Uhr Ankommen – Kaffee
  • 9.30 Uhr Begrüßung
  • 9.45-11.45 Uhr: Workshops III
    kurze Vorstellung der Workshops
    Arbeit in den Workshops
  • 12.00 Uhr Abschlussreflexion
  • 13.00 Uhr Ende des Jahrestreffens

Workshopangebote von:

Kerstin Brüggemann
Rita Bienek
Günter Engel
Johannes Schwehm
Wolfram Spiegel
Stefan Pätz
Christoph Hartmann
Gina Wiegräfe

und du?

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Die Jahrestagung 2016

Die Jahrestagung 2016 fand vom 7. – 8. Mai in Erfurt statt – Thema:

Bezogene Individuation leben.
Eigene Menschenbilder im systemisch-pädagogischen Diskurs

Einladung und Details zu Mitgliederversammlung und Jahrestagung 2016 (Download pdf)

Vorstellung der einzelnen Workshops (Download pdf)


Die Jahrestagung 2015

Freitag, den 15. Mai 2015, 9.30 Uhr – 15.30 Uhr

Tagung der beruflichen Mitglieder (Institute) 2015

Aktiv-Schule Erfurt
Schellrodaer Weg
99097 Erfurt
Einladung herunterladen (pdf)


Freitag, den 15. Mai 2015, 16.00 Uhr – 19.00 Uhr

Mitgliederversammlung 2015

Aktiv-Schule Erfurt
Schellrodaer Weg
99097 Erfurt
Einladung herunterladen (pdf)


Samstag, 16. Mai 2015 (Beginn 9.00 Uhr) bis Sonntag, 17. Mai 2015 (Ende 13.00 Uhr)

Jahrestagung 2015

Aktiv-Schule Erfurt
Schellrodaer Weg
99097 Erfurt
Einladung herunterladen (pdf)
Ausführliche Beschreibung der Workshops herunterladen (pdf)


Die Jahrestagung 2014

Die diesjährige Jahrestagung fand am Samstag, 17. Mai 2014 und Sonntag, 18. Mai 2014 in der Tagungstenne Hochstedt in Erfurt statt und stand unter dem Motto:
„Vielfalt in der DGsP und Vielfalt in Inklusion erleben“.

Tagungstenne Hochstedt, Waidgarten 8, 99198 Erfurt–Hochstedt

Themen:

  • Bildergeschichten – ich bin im Bilde
  • Das Lebensflussmodel
  • Inspiration in Beratung und Therapie
  • Inklusion aus Sicht einer konstruktivistischen Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters
  • Aikido – Beratung aus der Mitte

Einladung herunterladen (pdf)

Informationen zu den Workshops herunterladen (pdf)


Bericht zur Jahrestagung 2013

Bericht von der Jahrestagung DGsP e. V.
Samstag, den 18. bis Sonntag, den 19. Mai 2013
in der Tagungstenne Hochstedt, Erfurt-Hochstedt

Erkundungen zur (Selbst-) Reflexivität in der systemischen Pädagogik.

Wie in jedem der letzten Jahre fand auch in diesem Jahr das alljährliche Jahrestreffen am 3. Maiwochenende statt, auch wenn es in dieses Jahr auf das Pfingstwochenende fiel.

Gekommen waren einige, viele waren auch geblieben, da an den Tagen vorher Vorstandsitzung, Tagung der beruflichen Mitglieder und Mitgliederversammlung auf dem Programm standen. Silke Palmowski, die gemeinsam mit ihrem Mann Winfried Palmowski, die Tagung vorbereitet hatte, eröffnete die Tagung mit kleinen  Geschichten von Heinz Janisch und Wolf Erlbruch, Der König und das Meer.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Kleingruppendialogen zu einigen Fragen, die dem Einstieg in das Tagungsthema dienten, eröffnete Joshua Handerer mit seinem spannenden Vortrag unter dem Thema „Der Therapeut als ‚Symptomträger‘. Beobachtungen dritter Ordnung.“ Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema der Tagung. Im Rahmen seiner Dissertation beschäftigt er sich mit der Frage, inwieweit die Psychologie den Säkularisierungsprozess der Religion, den er mit dem Beginn der Aufklärung verortet, ablöst. Gemeint ist, inwieweit die Psychologie seit Ende des 19. Jahrhunderts als ‚wissenschaftliche‘ Disziplin die Relgion ablöst. Während in den vergangenen Jahrhunderten das „Sollen“ im Vordergrund stand, dem sich vieles unterordnete, ist es jetzt das „Können“, was gefordert ist: die spannende Frage ist, ob nicht auch diese Entwicklung nicht zuletzt der neoliberalen Wirtschaftsideologie bei ihrer Instrumentalisierung des Menschen für eine globalisierte Ausbeutung dient, was Stichwörter wie Potentialentfaltung, Optimierung menschlicher Ressourcen u.ä. nahelegen könnten. Der Vortrag regte intensiv dazu an, sich mit grundlegenden Fragestellungen systemischer Pädagogik im Sinne der gewählten „Selbst-Reflexivität“ auseinanderzusetzen.

Es folgten Workshops von Matthias und Rita Freitag zum Thema „Kreativ und ressourcenorientiert systemisch arbeiten mit Kindern und Jugendlichen“, in denen verschiedene kreative Beratungszugänge für Kinder und Jugendliche vorgestellt und reflektiert wurden: Spiele, Arbeit mit Puppen, Malen, Bewegungsübungen und der Einsatz in Beratungskontexten.

Stefanie Winter und Elke Draws boten einen Workshop an zum Thema „Aus Stolpersteinen Schönes bauen – Einladung zum Blick durch die Clownbrille“ der einlud, die Sichtweise des Clowns auszuprobieren und gemeinsamauszuloten, was sich daraus für die beraterische Tätigkeit (oder andere alltägliche Kontexte) Fruchtbares ergeben könnte.

Gudrun Nehlsen leitete den Workshop „Nonverbale Kommunikation im argentinischen Tango“, in dem es darum ging, einfache Schritte und Bewegungen des argentinischen Tangos kennen zu lernen und die Möglichkeiten seiner nonverbalen Kommunikation zu erfahren. Hierbei standen die Wahrnehmung der eigenen Körperhaltung, der Dialog mit einem Partner/Partnerin, sowie die Bewegung im Gruppenprozess im Vordergrund. Mit einfachen Übungen zum Führen und Folgen konnten Erkenntnisse über Bewegungs- und Verhaltensmuster gewonnen werden.

Der erste Abend wurde abgeschlossen durch eine Vorstellung von Stefanie Winter und Elke Draws mit einem Clownsprogramm der Spitzenklasse.

Am nächsten Tag folgten weitere Workshops:
Zum einen bot der Bildhauer Gernot Ehrsam an: Holzbildhauen. Über die Auseinandersetzung mit dem Material Holz kreative Kräfte freisetzen, sich selbst und das eigene Tun reflektieren sowie das Wesen des Holzes erkunden. Holz, von ähnlicher ‚Qualität‘ wie das gewachsene menschliche Fleisch, lädt ein zu einem Erkundungsgang, sich selbst nachzuspüren. Und dieser Einladung sind viele begeistert gefolgt.

Gern gesehener Referent der Jahrestagung ist Wolfram Spiegel mit seinen vielfältigen Angeboten. In diesem Jahr bot er einen Workshop an, in dem er dazu einlud, sich mit den klanglichen Möglichkeiten der Alltagswelt auseinanderzusetzen. Ob Kleiderbügel, Tannenzapfen, Strandmuscheln, Steine, Hölzer verschiedenster Art und Beschaffenheit, Hufeisen und vielen weiteren ‚Klangkörpern‘ – alles wurde genutzt, um Klänge zu erzeugen.  Neben dem Spielen eröffneten sich aber auch Möglichkeiten des Dialogs, des Trios, des Tetralogs, der Reflexion der eigenen Befindlichkeit und auch der des Nachspürens, des In–Resonanz–Gehens mit sich und anderen.

Gegen Mittag endete die Tagung mit Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen hatten, insbesondere den Gastgebern Silke und Winfried Palmowski für die hervorragende Organisation, die gute Verpflegung, aber auch die angenehme Atmospäre, zu der jeder seinen Beitrag leistete.
Text und Fotos – rh

Der Bericht zur Jahrestagung 2013 als pdf
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