Jahrestagung

Die DGsP veranstaltet einmal im Jahr in Erfurt ihre Jahrestagung: es handelt sich um eine Weiterbildungsveranstaltung, die sich an die Mitglieder der DGsP richtet und versucht durch wissenschaftliche Vorträge, Arbeitsgruppen und Diskussionsforen Impulse für die Weiterentwicklung der „systemischen Pädagogik“ zu setzen.


Impressionen zur Jahrestagung 2018

Ein kurzer Überblick mit vielen kleinen Einblicken und Ausblicken für einen Durchblick mit Weitblick.

von Annerose Neeb-Fleckner

Du warst auf der DGsP-Jahrestagung 2018,

  • wenn Du erlebt hast, dass das, worüber gesprochen wurde, auch im Miteinander gelebt wurde.
  • wenn Du spielerisch und staunend neue Werkzeuge für Deinen systemischen Rucksack gesammelt hast.
  • wenn aus Deiner Vorfreude auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung und auf die Inhalte der Tagung Freude, Zufriedenheit und Glücksgefühle entstanden, dabei zu sein.
  • wenn Du Unterschiede im Umgang miteinander, in der Bezogenheit aufeinander wahrgenommen hast, die für Dich einen Unterschied gemacht haben.

Der Rahmen

Silke Palmowskis hat uns wieder zwei wunderschöne Geschichten vorgelesen: „Wie man guten Mais anbaut“ und “Seesterne am Meer“.

Gabriele Günthör ließ uns alle staunen, als sie das Gedicht „Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration“ von Bertolt Brecht auswendig vortrug. Dreizehn Strophen mit je fünf Zeilen – ein eindrucksvolles Erlebnis.

Am Samstagabend erlebten wir „Erfurt in Licht und Schatten“. Die Schauspielerin Susanne Peschel gab uns in der Annenkapelle innerhalb der Barfüßerruine mit ihrem Schattentheater einen Abriss über 1200 Jahre Stadtgeschichte.

Ein Büchertisch des Carl-Auer Verlags lud zum Verweilen ein. So manche Reisetasche war dadurch bei der Rückfahrt schwerer als bei der Ankunft.

Auf einem Tisch war das Mathematik-Spiel Quoai aufgebaut. Die Bildhauerin Claudia Maria Ammann hat dieses Spiel geschaffen. Es bietet neue Möglichkeiten für das Erleben von Mathematik. Arite Lindig nutzt das Quoai in der Arbeit mit Kindern. Sie hat das Spiel auf der Jahrestagung allen Interessierten vorgestellt.

Wer mehr über dieses Spiel wissen möchte, findet Informationen unter www.quoai.net .

Die Tagung

In den drei Impulsvorträgen haben Holger Lindig, Manuela Krahnke und Peter Herrmann drei Praxisfelder vorgestellt, in denen systemische Pädagogik wirksam wird.

Impuls 1: Praxisfeld Frühpädagogik

Holger Lindig: Systemische Pädagogik in der KITA

Holger Lindig arbeitet seit 2004 in Mecklenburg Vorpommern im Praxisfeld Frühpädagogik u.a. als Fachberater für Kindertagesstätten, als Fortbildner für KITA-Leitungen und KITA-Mitarbeiter, die pro Kalenderjahr 40 Stunden Fortbildung nachweisen müssen.

Für die Arbeit der Erzieher ist es wesentlich, mit welchem Grundverständnisbild vom Kind sie ihre Arbeit wahrnehmen.

Holger Lindig gibt in den Fortbildungen die systemischen Gedanken an die Erzieher weiter.

Ansatz: Kinder zwischen 0 und 10 Jahren brauchen

  • Anregungen aus unterschiedlichen Erfahrungsfeldern, damit Erfahrungen wachsen können.
  • Freiheiten, um Selbstwirksamkeit zu erfahren.
  • ansprechende Reflexionen.

Holger Lindig gibt einen umfassenden Überblick über den Rahmenplan für die frühkindliche Erziehung in Mecklenburg Vorpommern (2004 bis 2008) sowie über die Bildungskonzeption nach der Umgestaltung des Rahmenplans seit 2008. Vor diesem Hintergrund stellt er seine langjährig erprobten, im Laufe der Jahre weiter entwickelten und von den Erziehern gerne nachgefragten Ansätze für die Implementierung der systemischen Pädagogik im KITA-Bereich vor.

Impuls 2: Praxisfeld Schule

Manuela Krahnke: So gewinnen wir an Augen-Höhe

Inspirationen für den eigen-willigen Umgang mit Rahmenbedingungen im Kontext Schule.

Die Schülerinnen und Schüler einer beruflichen Schule in Marburg haben zusammen mit ihrer Lehrerin Manuela Krahnke folgende Schritte zurückgelegt:

Metablick: Bezogene Individuation im Schulalltag.
Was müssen wir wirklich? Woher kommt der Auftrag?
Eigene Bedürfnisse: Wer braucht genau was? Eigene Ressourcen entdecken und nutzen, Eigensinn fördern.

Schulischer Rahmen: Zusammenstellung der nichtverhandelbaren und der verhandelbaren schulischen Rahmenbedingungen.

Unterrichtsinhalte:
Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrerin verleihen den Aufgaben des Lehrplans einen eigenen Sinn, indem sie für sich folgende Fragen klären:

  • „Was möchten Sie (gemeint sind die Schülerinnen und Schüler) besser können? Wie könnten Sie das am besten lernen?“
  • „Wie muss ich (ihre Lehrerin) für Sie sein, damit Sie (die Schülerinnen und Schüler) hier gut lernen können?“

Manuela Krahnke fördert mit ihrer Herangehensweise sowohl die Individuation ihrer Schülerinnen und Schüler als auch ihre Bezogenheit in der Lerngruppe. Ein überzeugender Ansatz für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, der hoffentlich viele Nachahmer findet.

Impuls 3: Praxisfeld Mensch

Dr. Peter Herrmann: Sich selbst führen – Aspekte der Selbstachtsamkeit

Peter Herrmann nähert sich dem Thema aus drei Bereichen:

  • hypnosystemisch
  • neurobiologisch
  • aus Sicht der buddhistischen Psychologie; Fragestellung: Achtsamkeit in Bezug auf was?

Auf dem Weg zum Vortragsthema.
Mit dem hypnosystemischen Blick beschreibt Peter Herrmann neun verschiedene Trancehaltungen. Dazu gehören der Tunnelblick („die anderen sind schwierig“), Altersregression („ich fühle mich klein und unfähig“), Amnesie („ich weiß nicht mehr, wie ich das lösen kann“), Halluzination („alles wird mir zu viel“).

Anschließend erläutert Peter Herrmann die Wahrnehmungssteuerung aus Sicht der Neurowissenschaften. Er stellt das „drei-einige Gehirn“ nach Paul D. Mac Lean vor. Die Informationsverarbeitung im Gehirn erfolgt zunächst im Stammhirn (Reptiliengehirn), dann im Zwischenhirn (Limbisches System) und zuletzt im Großhirn (Neokortex). Peter Herrmann geht auf das Konzept der Neurorezeption von Stephen Porges ein (Bemerkung 1) und berichtet vom Libet-Experiment des Neorophysiologen Benjamin Libet (Bemerkung 2).

Bemerkung 1: https://www.polarity.ch/somatic-experiencing-dokumente/Polyvagal-Theorie.H.Frick.21.2.12.pdf
„Ein unbewusstes Überwachungsprogramm in unserem Zentralnervensystem tastet 24 Stunden lang am Tag für uns die Umgebung nach Gefahr ab.“

Bemerkung 2: https://www.planet-wissen.de/natur/forschung/hirnforschung/pwiedaslibetexperiment100.html
„Das Libet-Experiment sorgte für Aufsehen, weil experimentell bewiesen schien, dass nicht das bewusste Wollen, sondern unterbewusste Prozesse für unsere Handlungen verantwortlich sind.“)

Da die wesentlichen Interaktionen zwischen Berater und Klient – Lehrer und Schüler – Pädagoge und Kind/Jugendlichem auf der unwillkürlichen, nicht kognitiven Ebene ablaufen, müssen Berater und Pädagogen Sensibilität für die Prozesse der unbewussten Übernahme von Themen, Gefühlen und Spannungen entwickeln. Das bedeutet, sie müssen sich selbst beobachten, um sich selbst steuern zu können.

Das Vortragsthema.
Peter Herrmann bezieht viele Erkenntnisse aus der jahrtausendealten, buddhistischen Psychologie in seine Betrachtungen zur Selbststeuerung mit ein, die die Neurowissenschaften unserer Zeit bestätigen konnten. Er nennt verschiedene Aspekte zum Aufbau von Selbstachtsamkeit und Achtsamkeit für andere Menschen, für Selbststeuerung und Selbst- / Fremdwertschätzung und beschreibt mehrere Methoden und Übungen zur Selbststeuerung.

Peter Herrmann schaut in seinem Impulsvortrag „über den systemischen Tellerrand“. Er entwickelt aus systemischen, neurobiologischen und buddhistischen Ansätzen Methoden und Übungen zur Selbststeuerung. Besonders interessant ist die Einbeziehung der buddhistischen Erkenntnisse, die sich seit Jahrtausenden bewährt haben und nach und nach von den Neurowissenschaften bestätigt werden konnten.

 

Auf der Jahrestagung 2018 wurden sechs Workshops angeboten, jeweils drei parallel. Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Plenum waren so interessant und begeisternd, dass alle, die nicht teilgenommen hatten, bedauerten, nicht dabei gewesen zu sein.

In der nachfolgenden Übersicht sind zur Information die Workshopbeschreibungen der Referentinnen und Referenten angegeben.

 

Samstag, 12. Mai 2018

Workshop 1

Ronja Fröhlich: Selbstgemacht – Methoden verändern und erfinden

In diesem Workshop geht es nicht darum, eine bestimmte Methode oder Technik kennenzulernen, sondern sich darin zu üben, bewährte Methoden, Techniken usw. abzuwandeln, anzupassen oder direkt eigene neu zu erfinden. Zu diesem Zweck habe ich einen „Baukasten für Werkzeugmacher“ zusammengestellt, zu dem es verschiedene „Spiele“ gibt, die den kreativen Erfindergeist wach kitzeln.

Workshop 2

Tanja Schatzl, Susanne Wegner: Methoden der Konfliktlösung und der Entscheidung für Kinder und Jugendliche

Sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden und sie zu vertreten ist eine Herausforderung für Kinder und Jugendliche im Miteinander.

Wir stellen aus unserer Praxis mit der Friedenstreppe und dem systemischer Konsensieren zwei konkrete Methoden vor, mit deren Hilfe wir Kinder und Jugendliche darin unterstützen können, selbstwirksam für sie stimmige und gute Lösungen zu finden.

Workshop 3

Winfried Palmowski: „Systemisch denken ist unmöglich …“

Der Titel dieses Workshops ist Teil eines Zitates von Mara Selvini-Palazzoli. Ich möchte an einigen Beispielen zeigen, wie sehr wir in linearen Denkmustern verfangen sind und dann mit den Teilnehmern gemeinsam darüber nachdenken, was zu tun ist und wie Lösungen aussehen könnten.

 

Sonntag, 13. Mai 2018

Workshop 4: Praxisfeld Mensch

Gina Wiegräfe: Alle an Bord?

Einladung zur Erkundungsreise zu unseren verschiedenen Rollen und Persönlichkeitsaspekten, bzw. inneren Anteilen. Wie bin ich aufgestellt und was ist in welchen Kontexten gefragt, wie gestalte ich die Übergänge von einer Rolle zur anderen?
Welche inneren Anteile brauche ich um lustvoll in Aktion zu sein?
Ich freue mich auf die gemeinsame Reise. Ahoi!

Workshop 5

Herbert Nieszner: Die Katze und der Sack

Übungen mit Pep für Seminare und Trainings
Es wird ein bewegtes/bewegendes Angebot sein unter Einbezug von Körper, Stimme, Raum,…:
Ich würde – je nach Interesse, Energie, Größe und Aufnahmebereitschaft der Gruppe – bis zu zehn Gruppenübungen anleiten, die sich in meinen bisherigen Beratungen, Seminaren und Trainings bewährt haben.

Workshop 6

Holger Lindig: Philosophieren mit Kindern, Praxisfeld Frühpädagogik

Kinder brauchen Werte, doch diese gilt es nicht zu vermitteln, wie ich es häufig noch in den KITA´s erlebe, sondern sie sollten philosophierend entdeckbar werden.
Somit ist es wichtig, mit Kindern p(P)hilosophieren zu praktizieren.
Philosophieren bedeutet für mich: “Aus Neugier und mit Lust Fragen zu dem “Da Draußen“ und dem „Da Drinnen“ zu stellen. Und diese sich gegenseitig Mit-zu- teilen.“
Aus diesem Grund sehe ich die systemische pädagogische Grundhaltung und die daraus resultierende Fragefähigkeit als sehr gut geeignet an, schon im KITA Bereich mit dem p(P)hilosophieren zu beginnen.
Ich möchte euch einige Ansätze aus unserer Fortbildung diesbezüglich vorstellen.

Hier können Sie den gesamten Text von Annerose Neeb-Fleckner als PDF öffnen oder herunterladen

Hier können Sie den Flyer zur Jahrestagung 2018 als PDF öffnen oder herunterladen

Ausblick auf zwei wichtige DGsP-Termine 2019

DGsP-Jahrestagung 2019
31. Mai 2019: Mitgliederversammlung der DGsP
1. / 2. Juni 2019: Jahrestagung 2019
Tagungsort: Aktiv-Schule in Erfurt

DGsP-Kongress 2019
13. bis 15. September 2019

 

 


Bericht zur Jahrestagung 2017

Die diesjährige Jahrestagung fand vom 25. – 28. Mai in der Aktiv – Schule Erfurt statt und stand unter dem Motto: „Schätze (er)finden“.

Schatz: (laut Duden): angehäufte Menge, Ansammlung von kostbaren Dingen, etwas, was seinem Besitzer, seiner Besitzerin viel wert ist, was zu besitzen ihm/ ihr viel bedeutet, ein wertvolles materielles oder geistiges Gut.

Im Folgenden Augenblicke, Einblicke und Ausblicke der diesjährigen Jahrestagung.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben das Wort und geben einen Eindruck, welche Schätze sie bergen konnten (und warum es sich lohnt ein sonniges Wochenende in Erfurt statt im heimischen Garten zu verbringen):

„Ich habe gefunden, wonach ich nicht gesucht habe …. viele inspirierende Momente, neue Begegnungen, die Auseinandersetzung mit Erwartungen, einen sicheren Konsensraum mit musikalischen Resonanzen …. einen echten Schatz.“

„Beim ungezwungenen & lockeren Miteinander ist man immer wieder überrascht, welche hochprofessionellen Akteure hier zusammengefunden haben & wie selbstverständlich diese in Beziehung gehen. Sowas geschieht selten auf vergleichbaren Veranstaltungen.“

„Auffrischung gelungen! – Ich bin wieder in Kontakt mit den systemischen Ideen und Gedanken. Ich fühle mich sicherer, in meiner 2. Reaktion, auf äußere und innere Reize mit Musterunterbrechung zu reagieren. Ich nehme viel mit, das ich weitertragen kann.“

„Ein großer Schatz, den ich auch diesmal wieder finden konnte, war die Begegnung mit so unterschiedlichen Menschen, das gelingende Miteinander und der gute Gedankenaustausch.
Wir sind „wahre“ Schätze(er)finder!“

„Die zwei Tage waren für mich angefüllt mit vielfältigen Aspekten zur Bedeutung einer systemisch – konstruktivistischen Sprache bzw. Handlungsraumes. Dieser Kontext hat mir einmal wieder ermöglicht unterschiedsbildende Gespräche im Vertrauen auf ein wertschätzendes Miteinander zu führen – eine Atmosphäre von Lebendigkeit, Offenheit und Sicherheit.“

„Geist erweiternde Gespräche mit ähnlich denkenden Menschen aus allen Richtungen. Und immer wieder die schwere Entscheidung – welcher Workshop?“

„Ich danke allen für zwei intensive Tage des Zusammenseins mit einer berührenden Abendmusik. Ich habe viele wertvolle Schätze gefunden. In Stefans Workshop den Schwindel im Erwartungskarussell erlebt und überwunden; in Ritas Workshop, viele Anregungen um Lösungshaltungen zu finden oder weiter zu entwickeln; Christophs Workshop, Gedanken und Gefühle visualisieren, …“


Programm der Jahrestagung 2017

Schätze (er)finden

Samstag, den 27.5.2017

  • 9.00 Uhr Ankommen – Kaffee
  • 9.30 Uhr Beginn – Begrüßung
  • 9.45 – 13.00 Uhr Plenum und Kleingruppen zum Thema:
    DGsP – Wer sind wir? Was wollen wir? Wohin kann es gehen?
    – Unsere Werte, Talente und Freuden
    – Unsere Identitäten, unsere Besonderheit
    – Unsere Zukunftsvorstellungen
    – Unsere Wünsche und Unterstützungsangebote an den Vorstand
    ….
  • 13.00 – 14.30 Mittagsimbiss, Pause, Entspannung, Gespräche
  • 14.30 Uhr – 16.30 Uhr Workshops I:
    kurze Vorstellung der Workshops
    Arbeit in den Workshops
  • 16.30 Uhr Kaffee
  • 17.00 Uhr – 19:00 Uhr Workshops II
    kurze Vorstellung der Workshops
    Arbeit in den Workshops
  • 19.15 Uhr Kleine Abendmusik und anschließendes Abendessen

Sonntag, den 28.5.2017

  • 9.00 Uhr Ankommen – Kaffee
  • 9.30 Uhr Begrüßung
  • 9.45-11.45 Uhr: Workshops III
    kurze Vorstellung der Workshops
    Arbeit in den Workshops
  • 12.00 Uhr Abschlussreflexion
  • 13.00 Uhr Ende des Jahrestreffens

Workshopangebote von:

Kerstin Brüggemann
Rita Bienek
Günter Engel
Johannes Schwehm
Wolfram Spiegel
Stefan Pätz
Christoph Hartmann
Gina Wiegräfe

und du?

Download und Ansicht als PDF


Die Jahrestagung 2016

Die Jahrestagung 2016 fand vom 7. – 8. Mai in Erfurt statt – Thema:

Bezogene Individuation leben.
Eigene Menschenbilder im systemisch-pädagogischen Diskurs

Einladung und Details zu Mitgliederversammlung und Jahrestagung 2016 (Download pdf)

Vorstellung der einzelnen Workshops (Download pdf)


Die Jahrestagung 2015

Freitag, den 15. Mai 2015, 9.30 Uhr – 15.30 Uhr

Tagung der beruflichen Mitglieder (Institute) 2015

Aktiv-Schule Erfurt
Schellrodaer Weg
99097 Erfurt
Einladung herunterladen (pdf)


Freitag, den 15. Mai 2015, 16.00 Uhr – 19.00 Uhr

Mitgliederversammlung 2015

Aktiv-Schule Erfurt
Schellrodaer Weg
99097 Erfurt
Einladung herunterladen (pdf)


Samstag, 16. Mai 2015 (Beginn 9.00 Uhr) bis Sonntag, 17. Mai 2015 (Ende 13.00 Uhr)

Jahrestagung 2015

Aktiv-Schule Erfurt
Schellrodaer Weg
99097 Erfurt
Einladung herunterladen (pdf)
Ausführliche Beschreibung der Workshops herunterladen (pdf)


Die Jahrestagung 2014

Die diesjährige Jahrestagung fand am Samstag, 17. Mai 2014 und Sonntag, 18. Mai 2014 in der Tagungstenne Hochstedt in Erfurt statt und stand unter dem Motto:
„Vielfalt in der DGsP und Vielfalt in Inklusion erleben“.

Tagungstenne Hochstedt, Waidgarten 8, 99198 Erfurt–Hochstedt

Themen:

  • Bildergeschichten – ich bin im Bilde
  • Das Lebensflussmodel
  • Inspiration in Beratung und Therapie
  • Inklusion aus Sicht einer konstruktivistischen Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters
  • Aikido – Beratung aus der Mitte

Einladung herunterladen (pdf)

Informationen zu den Workshops herunterladen (pdf)


Bericht zur Jahrestagung 2013

Bericht von der Jahrestagung DGsP e. V.
Samstag, den 18. bis Sonntag, den 19. Mai 2013
in der Tagungstenne Hochstedt, Erfurt-Hochstedt

Erkundungen zur (Selbst-) Reflexivität in der systemischen Pädagogik.

Wie in jedem der letzten Jahre fand auch in diesem Jahr das alljährliche Jahrestreffen am 3. Maiwochenende statt, auch wenn es in dieses Jahr auf das Pfingstwochenende fiel.

Gekommen waren einige, viele waren auch geblieben, da an den Tagen vorher Vorstandsitzung, Tagung der beruflichen Mitglieder und Mitgliederversammlung auf dem Programm standen. Silke Palmowski, die gemeinsam mit ihrem Mann Winfried Palmowski, die Tagung vorbereitet hatte, eröffnete die Tagung mit kleinen  Geschichten von Heinz Janisch und Wolf Erlbruch, Der König und das Meer.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Kleingruppendialogen zu einigen Fragen, die dem Einstieg in das Tagungsthema dienten, eröffnete Joshua Handerer mit seinem spannenden Vortrag unter dem Thema „Der Therapeut als ‚Symptomträger‘. Beobachtungen dritter Ordnung.“ Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema der Tagung. Im Rahmen seiner Dissertation beschäftigt er sich mit der Frage, inwieweit die Psychologie den Säkularisierungsprozess der Religion, den er mit dem Beginn der Aufklärung verortet, ablöst. Gemeint ist, inwieweit die Psychologie seit Ende des 19. Jahrhunderts als ‚wissenschaftliche‘ Disziplin die Relgion ablöst. Während in den vergangenen Jahrhunderten das „Sollen“ im Vordergrund stand, dem sich vieles unterordnete, ist es jetzt das „Können“, was gefordert ist: die spannende Frage ist, ob nicht auch diese Entwicklung nicht zuletzt der neoliberalen Wirtschaftsideologie bei ihrer Instrumentalisierung des Menschen für eine globalisierte Ausbeutung dient, was Stichwörter wie Potentialentfaltung, Optimierung menschlicher Ressourcen u.ä. nahelegen könnten. Der Vortrag regte intensiv dazu an, sich mit grundlegenden Fragestellungen systemischer Pädagogik im Sinne der gewählten „Selbst-Reflexivität“ auseinanderzusetzen.

Es folgten Workshops von Matthias und Rita Freitag zum Thema „Kreativ und ressourcenorientiert systemisch arbeiten mit Kindern und Jugendlichen“, in denen verschiedene kreative Beratungszugänge für Kinder und Jugendliche vorgestellt und reflektiert wurden: Spiele, Arbeit mit Puppen, Malen, Bewegungsübungen und der Einsatz in Beratungskontexten.

Stefanie Winter und Elke Draws boten einen Workshop an zum Thema „Aus Stolpersteinen Schönes bauen – Einladung zum Blick durch die Clownbrille“ der einlud, die Sichtweise des Clowns auszuprobieren und gemeinsamauszuloten, was sich daraus für die beraterische Tätigkeit (oder andere alltägliche Kontexte) Fruchtbares ergeben könnte.

Gudrun Nehlsen leitete den Workshop „Nonverbale Kommunikation im argentinischen Tango“, in dem es darum ging, einfache Schritte und Bewegungen des argentinischen Tangos kennen zu lernen und die Möglichkeiten seiner nonverbalen Kommunikation zu erfahren. Hierbei standen die Wahrnehmung der eigenen Körperhaltung, der Dialog mit einem Partner/Partnerin, sowie die Bewegung im Gruppenprozess im Vordergrund. Mit einfachen Übungen zum Führen und Folgen konnten Erkenntnisse über Bewegungs- und Verhaltensmuster gewonnen werden.

Der erste Abend wurde abgeschlossen durch eine Vorstellung von Stefanie Winter und Elke Draws mit einem Clownsprogramm der Spitzenklasse.

Am nächsten Tag folgten weitere Workshops:
Zum einen bot der Bildhauer Gernot Ehrsam an: Holzbildhauen. Über die Auseinandersetzung mit dem Material Holz kreative Kräfte freisetzen, sich selbst und das eigene Tun reflektieren sowie das Wesen des Holzes erkunden. Holz, von ähnlicher ‚Qualität‘ wie das gewachsene menschliche Fleisch, lädt ein zu einem Erkundungsgang, sich selbst nachzuspüren. Und dieser Einladung sind viele begeistert gefolgt.

Gern gesehener Referent der Jahrestagung ist Wolfram Spiegel mit seinen vielfältigen Angeboten. In diesem Jahr bot er einen Workshop an, in dem er dazu einlud, sich mit den klanglichen Möglichkeiten der Alltagswelt auseinanderzusetzen. Ob Kleiderbügel, Tannenzapfen, Strandmuscheln, Steine, Hölzer verschiedenster Art und Beschaffenheit, Hufeisen und vielen weiteren ‚Klangkörpern‘ – alles wurde genutzt, um Klänge zu erzeugen.  Neben dem Spielen eröffneten sich aber auch Möglichkeiten des Dialogs, des Trios, des Tetralogs, der Reflexion der eigenen Befindlichkeit und auch der des Nachspürens, des In–Resonanz–Gehens mit sich und anderen.

Gegen Mittag endete die Tagung mit Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen hatten, insbesondere den Gastgebern Silke und Winfried Palmowski für die hervorragende Organisation, die gute Verpflegung, aber auch die angenehme Atmospäre, zu der jeder seinen Beitrag leistete.
Text und Fotos – rh

Der Bericht zur Jahrestagung 2013 als pdf
Zurück nach oben