Mindeststandards für die Zertifizierung der Weiterbildungen

„SystemischerPädagoge (Berater)(DGsP)“ / „Systemische Pädagogin (Beraterin)(DGsP)“1

Vorbemerkung

Die Mindeststandards legen verbindlich fest, unter welchen Mindestanforderungen die DGsP Weiterbildungsangebote ihr angeschlossener Mitgliedsinstitute anerkennt und zertifiziert.

Die Ausbildung gliedert sich in einen Grundkurs und einen Aufbaukurs. Der Titel kann erst mit dem erfolgreichen Abschluss der beiden Kurse und im Anschluss an die entsprechende Zertifizierung geführt werden.

Die DGsP formuliert bewusst Mindeststandards, um den Instituten Möglichkeit zu geben, eigenständige Vertiefungsschwerpunkte und Akzente zu setzen. Hierbei bleibt den Instituten größtmögliche Freiheit, denn nur die Vielfalt eröffnet die Möglichkeit in einen Dialog zu treten und einen lebendigen Beitrag zur Weiterentwicklung systemisch-pädagogischer Theoriebildung und Handlungsräume zu leisten.

Die Ausbildung ist curricular und kompetenzorientiert aufgebaut und besteht aus insgesamt mindestens 600Stunden. Die Regeldauer eines Weiterbildungsganges beträgt 1-2 Jahre, eine Unterrichtseinheit beträgt 45 Minuten. Theorievermittlung mit praktischen Übungen, Supervision und Intervision sowie Beratungspraxis stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

Die Zertifizierung ist an die Mitgliedschaft des Instituts in der DGsP gebunden. Es verpflichtet sich, die Qualitätssicherung nach den Richtlinien der DGsP und im Rahmen der bei der DGsP hinterlegten Curricula zu gewährleisten. Die Ausbildung setzt eine entsprechende angemessene Qualifikation der Lehrenden voraus. (SystemischerDozentder DGsP, systemischerLehrtherapeut DGSF, SG o.a., im Rahmen universitärer Lehre und Ausbildung Tätigkeiten, vergleichbare Qualifikationen).

Die DGsP verpflichtet sich, entsprechende Ausbildungen im Rahmen der Mitgliedsinstitute bis zu 5 Jahre nach Abschluss der Ausbildung zu zertifizieren. Der Antrag auf Zertifizierung wird in der Regel durch das ausbildende Institutgestellt. Die Zertifizierung ist kostenpflichtig.

Eingangsvoraussetzungen

Voraussetzung ist ein Hochschul- oder Fachhochschulabschluss im Bereich der Humanwissenschaften oder eine abgeschlossene pädagogische Ausbildung, psychosoziale Praxiserfahrungen oder eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine mindestens 2-jährige Berufstätigkeit im psychosozialen oder beraterischen Feld.

In Ausnahmefällen können auch Studierende oder Auszubildende der genannten Ausbildungsgänge an den Fortbildungen teilnehmen. Das Führen des erworbenen Titels ist jedoch erst nach erfolgreichem Abschluss der entsprechenden Ausbildung möglich.

Möglichkeiten zur Umsetzung systemischer Beratung im beruflichen Arbeitsfeld sollten gegeben sein.

Curriculum der systemischen Weiterbildung zum „Systemischen Berater (DGsP)“ /zur „Systemische Beraterin (DGsP)“
(alternativ: „Systemischer Pädagoge (DGsP)“ / „Systemische Pädagogin (DGsP)“1

Das Curriculum setzt sich zusammen aus: Theorie und Methode (300 Stunden), berufsfeldbezogene Arbeit und Supervision (200Stunden), Intervision und Selbsterfahrung (100 Stunden)

Theorie und Methode

Die Form der Lehre ist stets der eigentliche Inhalt.
Fritz Simon, Die Kunst nicht zu lernen,
1999, S.153

  • Systemtheoretische Grundlagen, Konstruktivistische Grundlagen, Kybernetik zweiter Ordnung (Einführung: Grundkurs; Vertiefung: Aufbaukurs)
  • Theorie und Praxis systemisch-konstruktivistischer Wirklichkeitskonstruktionen und deren Auswirkungen in pädagogischen Handlungsfeldern (Einführung: Grundkurs; Vertiefung: Aufbaukurs)
  • Prozessorientierte Handlungskompetenzen im Hinblick auf ressourcenorientierte Lösungsstrategien;
  • Reflexivität im Hinblick auf eigenes Erleben, auf eigenes Handeln, auf systemische Kontexte im Mikro-und Makrobereich institutionellen Wirkens und Arbeitens;
  • Zirkularität, Multiperspektivitätund Selbstbezüglichkeit;
  • Systemische Methoden für den pädagogischen Beratungskontext (Auftragsklärung, Begleitung in Veränderungsprozessen, Konfliktlösungsstrategien, systemische Gesprächsführung, u.a.);
  • Ethische Reflexion systemisch-pädagogischen Handelns (Haltung, auswirkungsbezogenes Denken und Handeln, Wertschätzung, Allparteilichkeit, Menschenbilder);

Berufsfeldbezogene Arbeit und Supervision

  • Begleitend zur Ausbildung bietet sich das eigeneBerufsfeld als Erkundungsfeld für systemisch-pädagogisches Handeln an. Supervision kann helfen eigene emotionale, biografische Muster zu erkennen, zu verändern und oder zu nutzen.
  • Methoden des Selbstcoaching und der systemischen Selbstreflexion können zu einer reflexiven systemisch-pädagogischen Professionalisierung beitragen.

Intervision und Selbsterfahrung

  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausbildungskurse treffen sich in Kleingruppen (Regionalgruppen, Peer-Gruppen), um die Inhalte und Methoden der Ausbildung zu vertiefen, anzuwenden, kritisch (selbstreflexiv) zu erproben und zu hinterfragen.
  • Hierzu gehört auch die selbstständige Auseinandersetzung mit grundlegender Literatur.
  • Fallbesprechungen können der kritischen Auseinandersetzung mit eigenem beraterischem Handeln dienen und tragen damit wesentlich zu reflexiver, professioneller Selbsterfahrung bei.

Abschluss: SystemischePädagogin(Beraterin)(DGsP)/ systemischer Pädagoge (Berater)(DGsP)


1Die Titelbezeichnungen „Systemischer Berater“ oder „Systemischer Pädagoge“ können wahlweise nach eigenem Ermessen nach erfolgter Zertifizierung verwendet werden.


Mindeststandards für die Zertifizierung der Weiterbildung:
„Systemischer Coach und Supervisor im pädagogischen Kontext(DGsP)“ /
„Systemische Coachin und Supervisorin im pädagogischenKontext (DGsP)“

Vorbemerkung

Die vertiefende, weiterführende Ausbildung setzt den erfolgreichen Abschluss und die Zertifizierung zum „Systemischen Berater (DGsP)“/ „Systemischer Pädagoge (DGsP)“ voraus.

Curriculum der systemischen Weiterbildung zum  „Systemischer Coach und Supervisor im pädagogischen Kontext (DGsP)“ /
„Systemische Coachin und Supervisorin im pädagogischen Kontext (DGsP)“

Das Curriculum setzt sich zusammen aus: Theorie und Methode (150 Stunden), berufsfeldbezogene Arbeit und Supervision (100 Stunden), Intervision und Selbsterfahrung (50 Stunden).

Theorie und Methode

  • Systemtheoretische Grundlagen, konstruktivistische Grundlagen, Kybernetik zweiter Ordnung;
  • Theorie und Praxis systemisch-konstruktivistischer Wirklichkeitskonstruktionen und deren Auswirkungen in Supervision- und Coachingprozessen / familientherapeutischen Prozessen;
  • Prozessorientierte Handlungskompetenzen
  • Ressourcen- und lösungsorientierte Vorgehensweisen im Coaching- und Supervisionsprozess / im familiären System;
  • Selbstcoaching, Gesundheitscoaching, Selbstwirksamkeit;
  • Reflexivität im Hinblick auf eigenes Erleben, auf eigenes Handeln, in institutionellenKontexten / Familiensystemen;
  • Zirkularität, Multiperspektivität und Selbstbezüglichkeit;
  • Systemische Methoden in Supervision- und Coachingprozessen (Auftragsklärung, Reframing, Metakommunikation, Selbstreflexivität, u.a.)
  • Ethische Reflexion systemisch-pädagogischen Handelns im Coaching- und Supervisionsprozess (Haltung, auswirkungsbezogenes Denken und Handeln, Wertschätzung, Allparteilichkeit, Menschenbilder);
  • Bindung und Resilienz;
  • Arbeit mit spezifischen Klientensystemen, systemische Sichtweisen komplexer Systeme in ihrer Prozesshaftigkeit und Dynamik;

Berufsfeldbezogene Arbeit und Supervision

  • Begleitend zur Ausbildung bietet sich das eigene Berufsfeld als Erkundungsfeld für systemisch-pädagogisches Handeln an. Supervision kann helfen, eigene emotionale, biografische Muster zu erkennen, zu verändern und oder zu nutzen.
  • Methoden des Selbstcoaching und der systemischen Selbstreflexion können zu einer reflexiven systemisch-pädagogischen Professionalisierung beitragen.

Intervision und Selbsterfahrung

  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausbildungskurse treffen sich in Kleingruppen (Regionalgruppen, Peer-Gruppen), um die Inhalte und Methoden der Ausbildung zu vertiefen, anzuwenden, kritisch (selbstreflexiv) zu erproben und zu hinterfragen.
  • Hierzu gehört auch die selbstständige Auseinandersetzung mit grundlegender Literatur.
  • Fallbesprechungen könnender kritischen Auseinandersetzung mit eigenem beraterischem Handeln dienen und tragen damit wesentlich zu reflexiver, professioneller Selbsterfahrung bei.

Abschluss: Systemische Coachin und Supervisorin (DGsP), Systemischer Coach und Supervisor (DGsP)


Mindeststandards für die Zertifizierung der Weiterbildung:
„Systemischer Familientherapeutimpädagogischen Kontext (DGsP)“ /
„Systemische Fami-lientherapeutinimpädagogischen Kontext (DGsP)“

Vorbemerkung

Die vertiefende, weiterführende Ausbildung setzt den erfolgreichen Abschluss und die Zertifizierung zum „Systemischen Berater (DGsP)“/ „Systemischer Pädagoge (DGsP)“ voraus.

Das Curriculum setzt sich zusammen aus: Theorie und Methode (150 Stunden), berufsfeldbezogene Arbeit und Supervision (100 Stunden), Intervision und Selbsterfahrung (50 Stunden).

Curriculum der systemischen Weiterbildung zum:
„Systemischer Familientherapeut im pädagogischen Kontext (DGsP)“ /
„Systemische Familientherapeutin im pädagogischen Kontext (DGsP)“

Theorie und Methode

  • Systemtheoretische Grundlagen, konstruktivistische Grundlagen, Kybernetik zweiter Ordnung;
  • Theorie und Praxis systemisch-konstruktivistischer Wirklichkeitskonstruktionen und deren Auswirkungen in Supervision- und Coachingprozessen / familientherapeutischen Prozessen;
  • Prozessorientierte Handlungskompetenzen;
  • Ressourcen- und lösungsorientierte Vorgehensweisen im familiären System;
  • Selbstcoaching, Gesundheitscoaching, Selbstwirksamkeit;
  • Reflexivität im Hinblick auf eigenes Erleben, auf eigenes Handeln, in institutionellenKontexten / Familiensystemen;
  • Zirkularität, Multiperspektivität und Selbstbezüglichkeit;
  • Systemische Methoden in familientherapeutischen Prozessen (Auftragsklärung, Reframing, Metakommunikation, Selbstreflexivität, u.a.)
  • Ethische Reflexion systemisch-pädagogischen Handelns im familiären System (Haltung, auswirkungsbezogenes Denken und Handeln, Wertschätzung, Allparteilichkeit, Menschenbilder);
  • Bindung und Resilienz;
  • Arbeit mit spezifischen Klientensystemen, systemische Sichtweisen komplexer Systeme in ih-rer Prozesshaftigkeit und Dynamik;

Berufsfeldbezogene Arbeit und Supervision

  • Begleitend zur Ausbildung bietet sich das eigene Berufsfeld als Erkundungsfeld für systemisch-pädagogisches Handeln an. Supervision kann helfen, eigene emotionale, biografische Muster zu erkennen, zu verändern und oder zu nutzen.
  • Methoden des Selbstcoaching und der systemischen Selbstreflexion können zu einer reflexiven systemisch-pädagogischen Professionalisierung beitragen.

Intervision und Selbsterfahrung

  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausbildungskurse treffen sich in Kleingruppen (Regionalgruppen, Peer-Gruppen), um die Inhalte und Methoden der Ausbildung zu vertiefen, anzuwenden, kritisch (selbstreflexiv) zu erproben und zu hinterfragen.
  • Hierzu gehört auch die selbstständige Auseinandersetzung mit grundlegender Literatur.
  • Fallbesprechungen könnender kritischen Auseinandersetzung mit eigenem beraterischem Handeln dienen und tragen damit wesentlich zu reflexiver, professioneller Selbsterfahrung bei.

Abschluss: Systemische Familientherapeutin im pädagogischen Kontext(DGsP), Systemischer Familientherapeut im pädagogischen Kontext(DGsP)

Erfurt, den 18.05.2012
Tagung der beruflichen MitgliederVorstand