Zertifikat systemischer Sozialarbeiter (DGsP) / systemische Sozialarbeiterin (DGsP)

Vorbemerkung

Der systemische Ansatz hat in den letzten Jahrzehnten in der Sozialen Arbeit eine immer größere Bedeutung erhalten. Es hat sich gezeigt, dass die Methoden und die dahinter stehenden Haltungen und Theorien für dieses Arbeitsfeld und die dort anstehenden Aufgaben sich als äußerst nützlich erwiesen haben und zunehmend auch als Kompetenzen von den MitarbeiterInnen gefordert werden. Gleichzeitig aber beschränken sich die gegenwärtig angebotenen Weiterbildungen auf die Handlungsarten Beratung bzw. Therapie, obwohl das, was SozialarbeiterInnen tatsächlich tun, wesentlich weiter gefächert ist, indem es auch z.B. um Verhandeln und Vermitteln, (gegen den Willen von Klienten) Intervenieren und Einmischen, Beschaffen, stellvertretend Handeln geht oder auch einfach nur ums „Da-sein“. Hinzu kommt, dass bislang dort ausbildenden Lehrenden selbst meist keine SozialarbeiterInnen sind und mit dem Arbeitsfeld zumindest nicht aus eigener Erfahrung ausreichend vertraut sind.

Der hier vorgestellte Masterstudiengang Systemische Sozialarbeit berücksichtigt in besonderem Maße die besonderen Anforderungen an dass Arbeitsfeld Soziale Arbeit und das professionelle Selbstverständnis von SozialarbeiterInnen. Es ist das erklärte Ziel dieses Weiterbildungszertifikats, durch die Betonung und Berücksichtigung der Besonderheit der Sozialen Arbeit u.a. auch das Selbstbild und das professionelle Selbstbewusstsein von SozialarbeiterInnen zu stärken.

Eingangsvoraussetzungen

Voraussetzung ist ein Hochschul- oder Fachhochschulabschluss im Bereich der Humanwissenschaften oder eine abgeschlossene pädagogische Ausbildung, psychosoziale Praxiserfahrungen oder eine ab- geschlossene Berufsausbildung und eine mindestens 1-jährige Berufstätigkeit im psychosozialen oder beraterischen Feld.

Während der in der Regel berufsbegleitend erfolgenden Weiterbildung haben die TeilnehmerInnen Möglichkeiten, das Gelernte in ihrem beruflichen Alltag praktisch auszuprobieren und umzusetzen – die Zustimmung des Arbeitgebers hierzu ist ebenfalls Voraussetzung für die Aufnahme.

Curriculum

Das Curriculum des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit an der Hochschule Merseburg setzt sich zusammen aus den Bereichen „Theorien und Methoden“, „Professionelles Selbstverständnis“, „Studium Generale“, „Praxisprojekten und -training“, „Praxisreflexion, Supervision und Intervision“ und dem Selbststudium. Es schließt sowohl theoretische wie praxisorientierte Ansätze ein. Die Lehre soll zu einem überwiegenden Teil von systemischen SozialarbeiterInnen geleistet werden, um sicherzustellen, dass die Lehrenden sowohl das Arbeitsfeld, für das sie lehren, aus eigener Erfahrung kennen, als auch das entsprechende Selbstverständnis vermitteln können und in „systemischer Form“ erfolgen.

Insgesamt handelt es sich um mind. 700 Std. angeleitetes Studium (Lehre) und mind. 1.000 Std. selbstorganisiertes Studium (Lerngruppen, Praxisprojekte, Selbststudium).
Der Masterstudiengang wird ab Herbst 2015 das dritte Mal durchgeführt, der erste Studiengang (2009-2011) dauerte 2 Jahre, der gegenwärtig zum Ende kommende zweite (2013-2015) und der geplante dritte Durchgang dauern jeweils 2,5 Jahre.

Ausführliche Informationen zum Studiengang sind unter www.sysoma.de einzusehen.

„Mindeststandard für die Zertifizierung systemische Sozialarbeit“ herunterladen (PDF)

Dieses Curriculum wurde durch die DGsP (Vorstand und Mitgliederversammlung) am 6. Mai 2106 verabschiedet.